Nachhaltiger Massentourismus - geht das?

Digital unterstützte Besucherlenkungs­strategien in viel besuchten Destinationen

Der Tourismus in Deutschland und in vielen anderen Regionen der Welt ist bis 2019 beständig gewachsen. Dabei ist es durchaus als gesellschaftlicher Gewinn anzusehen, dass viele Menschen reisen können. Jedoch sind Vermassungserscheinungen, weithin bekannt unter dem Schlagwort Overtourism, vielerorts die Folge. Zwar hat die Coronakrise in internationalen Tourismushochburgen zu einem Einbruch der Besucherzahlen geführt, dafür aber ganz neue Überlastungs-Hotspots, bedingt durch Inlands- und Tagestourismus, entstehen lassen. Es ist daher mehr denn je notwendig, konsequentes Umweltmanagement zu betreiben und Lenkungskonzepte zu entwickeln, die Besucherströme entzerren und so leiten, dass Umweltschäden minimiert, die Interessen der Anwohner*innen respektiert und nicht zuletzt auch die Erlebnisqualität der Besucher*innen selbst gesichert werden.

Konferenz am 8. Juni im Haus des Gastes in Scharbeutz

Ziel der von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB) und dem Zentrum für Nachhaltigen Tourismus (ZENAT) der Hochschule Eberswalde gemeinsam veranstalteten Konferenz ist es, verschiedene Ansätze und konkrete Umsetzungsbeispiele von Besucherlenkung in stark besuchten Tourismusdestinationen in Fachbeiträgen vorzustellen, ihre Stärken und Schwächen zu diskutieren und in einem interaktiven Format weitere Lösungsstrategien zu entwickeln. Der Fokus wird dabei auf dem Einsatz digitaler Instrumente im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung liegen.

Die Konferenz richtet sich an Vertreter*innen von Destinationsmanagementorganisationen (DMOs), Tourismusgemeinden, Tourismusverbänden, Schutzgebietsorganisationen, Verkehrsträgern; Software-Entwickler*innen und Forschungseinrichtungen.

Das erwartet Sie bei der Konferenz

Am Vormittag werden in einem hybriden Format (Online-Teilnahme möglich) Referent*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Trends bei der Entstehung von Overtourism, der Verwendung von Big Data und der Rolle von sozialen Medien präsentieren sowie Fallbeispiele aus Strand- und Städtedestinationen vorstellen.

Am Nachmittag können Konferenz teilnehmer*innen in thematischen Workshops eigene Themen einbringen und Lösungsansätze im lokalen Kontext diskutieren. Dieser Teil der Konferenz wird nur in Präsenz stattfinden.

Die Teilnahme ist kostenfrei, es wird aber um Anmeldung gebeten.

Das Programm:

10:00 Uhr - Eröffnung und Begrüßung
10:15 Uhr - Worum geht es? Massentourismus, Overtourism und Besucherlenkungsansätze (Prof. Dr. Wolfgang Strasdas, ZENAT)
10:40 Uhr - Data Intelligence und Besucherlenkung: Was möglich ist und was möglich werden kann (Dirk Rogl, Travel Commerce)
11:05 Uhr - Die Rolle sozialer Medien bei der Entstehung und Lenkung von Besucherströmen (Dr. Engelbert Ruoss, Università della Svizzera italiana, UNESCO Chair für IKT und Tourismus in Welterbestätten)
11:30 Uhr - Kaffeepause
11:50 Uhr - Fallbeispiel 1: Von Touristikern für Touristiker: Der Lübecker Bucht Guide als regionale Technologieplattform für den Strandticker (André Rosinski, Paul Stellmacher, TALB)
12:05 Uhr - Fallbeispiel 2: Kapazitätsgrenzen und digitale Besucherlenkung auf Mallorca (Louisa Wolf-Gorny, ift Freizeit- und Tourismusberatung, Köln)
12:25 Uhr - Fallbeispiel 3: Wien - Die Stadt als Erlebnisraum für Bewohner und Gäste: Stakeholderbeteiligung und digitales Besuchermanagement (Prof. Dr. Dagmar Lund-Durlacher, ZENAT/Institute for Tourism Sustainability, Wien)
12:45 Uhr - Besucherlenkungs- und -informationssysteme: Was funktioniert wie gut und welche Hürden gibt es? (Jakub Królikowski, Cleverciti Systems GmbH, München)
13:00 Uhr - Fazit und Diskussion
13:15 Uhr - Mittagessen auf Einladung von ZENAT und TALB
14:00 Uhr - Workshops/Erfahrungsaustausch in Kleingruppen; Themen können nach Wünschen der Teilnehmer*innen festgelegt werden. Diese können hier ggf. auch kurze Inputs zu ihren eigenen Strategien einbringen. Denkbar wären z.B.:

    • Erfahrungen mit Social-Media-Strategien
    • Besucherlenkungs- und Informationssysteme
    • Städtetourismus: Going local als Lösungsstrategie?
    • Besucherlenkung im Rahmen einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie für Destinationen

15:00 Uhr - Kurze Vorstellung der Workshop-Ergebnisse im Plenum; Fazit der Konferenz
15:30 Uhr - Ende der Konferenz

im Anschluss: Geführter Spaziergang in Scharbeutz zu den Sensoren des Strandtickers und den Orten, wo es im Sommer zu Konflikten durch Overtourism kommt (ca. 30 min.)

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